Das Taschenbergpalais gehört zu den besten Adressen Dresdens – als Luxushotel, aber auch als Gebäude mit einer langen und nicht unkomplizierten Geschichte. Es steht mitten in der Altstadt, eingeklemmt zwischen Zwinger, Semperoper, Residenzschloss und Theaterplatz. Wer durch die Innenstadt läuft, kommt an ihm kaum vorbei.
Inhaltsübersicht
Geschichte vom Taschenbergpalais
Der Name des Palais hat eine einfache Erklärung: Es wurde auf dem Taschenberg errichtet, einem kleinen Hügel, der dieser Stelle ihren Namen gab – und dem Gebäude seinen.
Anfang des 18. Jahrhunderts ließ Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen – besser bekannt als August der Starke – das Palais für seine Mätresse Anna Constanze von Hoym errichten, die er 1707 zur Gräfin Cosel ernannte. Ein wichtiger Hinweis zur Bezeichnung: August der Starke trug in Sachsen den Titel Kurfürst, nicht König. Sachsen wurde erst 1806 zum Königreich, als Napoleon Kurfürst Friedrich August III. zum König Friedrich August I. ernannte. August der Starke war allerdings ab 1697 auch König von Polen – in Sachsen aber blieb er bis zu seinem Tod 1733 Kurfürst.
Nach der Verbannung der Gräfin Cosel im Jahr 1713 wurde das Palais im orientalischen Stil neu eingerichtet und kurzzeitig „Türkisches Palais“ genannt. Zwischen 1718 und 1857 folgten mehrere An- und Umbauten, darunter zwei Sandsteinbrunnen im Eingangsbereich. Eine umfangreiche Sanierung erfolgte 1934. Nur elf Jahre später, im Februar 1945, wurde der Bau bei den Luftangriffen auf Dresden zerstört. Die Ruine blieb fast fünf Jahrzehnte unberührt – erst 1992 bis 1995 wurde das Palais nach historischen Vorlagen und unter Verwendung originaler Bausubstanz wiederaufgebaut. Nach der Fertigstellung eröffnete hier das erste Fünf-Sterne-Hotel in Sachsen.
Das Taschenbergpalais heute
Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski beherbergt 182 Zimmer und 32 Suiten. Im Haus gibt es ein Restaurant, ein Bistro, zwei Cafés und die Karl-May-Bar – benannt nach dem sächsischen Schriftsteller Karl May, der bekanntlich selbst nie im Wilden Westen war, aber trotzdem gut darüber schreiben konnte. Der Spa-Bereich umfasst Pool, Sauna, Solarium, Fitnesscenter und einen Beautybereich.
Im Winter wird der Innenhof zur Eisfläche. Die Eisbahn und eine Winterhütte mit warmen Speisen und Getränken sind auch für Gäste geöffnet, die nicht im Hotel übernachten. Das ist einer der wenigen Orte in der Dresdner Innenstadt, wo man im Dezember auf Kufen drehen kann.
Zu den bekanntesten Übernachtungsgästen zählen Barack Obama, Wladimir Putin, Königin Beatrix der Niederlande und Fürst Albert von Monaco. Wenn internationale Stars in Dresden auftreten, nächtigen viele von ihnen hier.
Was Touristen wissen müssen
- Adresse Taschenbergpalais 3, 01067 Dresden – direkt gegenüber der Schinkelwache, wenige Schritte vom Zwinger entfernt.
- Besichtigung Das Taschenbergpalais ist ein Luxushotel und kein Museum. Wer es von innen sehen möchte, betritt die Lobby, das Café oder die Karl-May-Bar. Der Innenhof ist bei Veranstaltungen zugänglich, im Winter für die Eisbahn ohnehin.
- Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln Die Straßenbahnlinien 1, 2 und 4 halten am Postplatz, der fußläufig etwa drei Minuten entfernt ist. Vom Hauptbahnhof aus sind es mit der Tram rund zehn Minuten. Wer aus Richtung Neustadt kommt, fährt mit der Linie 4 oder 8 bis Theaterplatz.
- Umgebung Der Zwinger liegt direkt daneben, der Eingang ist fußläufig in zwei Minuten erreichbar. Die Frauenkirche ist etwa zehn Gehminuten entfernt. Wer die Dresdner Altstadt erkunden will, startet vom Taschenbergpalais aus ideal.